Jede Bildagentur hütet ihr Geheimnis betreffend Suchalgorithmen und es wird laufend optimiert und daran geschraubt. In der jahrelangen Beobachtung und Analysen haben sich ein paar wesentliche Einflüsse herauskristallisiert, die für das Ranking verantwortlich sind. Es handelt sich dabei zwar nur um Vermutungen, die nicht unbedingt nachweisbar sind, denn nur selten geben die Agenturen solche Faktoren bekannt.

Standort:

Vielfach werden Käufern die Bilder von Anbietern des gleichen Landes angezeigt, die auch die Eigenarten wie Kleidung, Architektur, Vegetation und landesspezifische Details enthalten. Auch die Sprache in der Verschlagwortung könnte ein Grund für dieses Vorgehen sein, da Käufer und Verkäufer unmissverständlich die gleichen Begriffe verstehen.

Exklusivität:

Vielfach werden Bilder von exklusiven Fotografen, bzw. exklusive Bilder im Ranking besser gestellt, wenn zu einem Thema mehr Bilder als Suchergebnisplätze zur Verfügung stehen. Dabei könnte womöglich auch der gesamthafte Anteil von exklusiven Bildern in der Sammlung eine Rolle spielen. Inzwischen ist Exklusivität aber nicht mehr so hoch einzustufen, z.B. Shutterstock verzichtet ganz darauf.

Wie lange ist ein Bild bei der Agentur gelistet:

Das ist ein entscheidender Punkt, da jüngere Bilder im Ranking meist weiter vorne zu finden sind. Stammkunden mit grossen Volumen sollen ja schliesslich neue Bilder zu sehen bekommen und nicht solche, die sie eventuell schon gekauft haben. Zudem sind neuere Bilder auch qualitativ meist besser und in höherer Auflösung erhältlich.

Anfänger-Vorteil:

Im Gegenzug erhalten neue Angebote einen Bonus, um neue Anbieter zu motivieren, sich zu verbessern. Eine anfänglich bessere Platzierung wird vermutet und ermuntert den Contributor mehr und vor allem bessere Bilder oder Illustrationen zu liefern.

Anzahl der Zurückweisungen:

Werden viele Bilder eines Anbieters zurückgewiesen, wird die Ablehnung bestimmt auch mit mangelndem Können, bzw. nichtverkäuflichen Motiven in Verbindung gebracht. Durch die Abstufung im Ranking werden vor allem Einsteiger sozusagen abgestraft, bis die Qualität stimmt und die Motivwahl die Verkaufs-Chancen erhöht.

Regelmässiges Hochladen macht sich bezahlt:

Eine Empfehlung, die viele Fotografen bestätigt sehen. Anstatt eine grosse Menge an Bildern hochzuladen, besonders von Neulingen, sollte eher in wöchentlichen Abständen, dafür regelmässig, kleinere Teilmengen angeboten werden.

Grösse des Portfolios:

Die Summe aller angebotenen Bilder, nimmt ebenfalls Einfluss auf die Platzierung in den Suchergebnissen. Grosse Serien mit kaum merklichen Unterschieden machen allerdings keinen Sinn und sollten vermieden werden.

Grösse der Bilder:

Grössere Bilder bieten mehr Spielraum für die Kunden, d.h. einen Mehrwert und könnten im Suchergebnis bevorzugt werden. Je nach Verwendung eines Bildes, könnte eine bessere Platzierung dem Kunden Zeit bei der Suche ersparen.

Einfluss der Gutachter:

Auch hier wird vermutet, dass die Bildprüfer Einfluss auf den Erfolg eines Anbieters nehmen. Vielfach werden angenommene Bilder durch den Gutachter zusätzlich auf einer Skala bewertet, was sich natürlich im Ranking widerspiegelt.

Wieviel ist ein Fotograf wert?

Wichtig für die Agenturen ist selbstverständlich, dass sich die Bilder der Fotografen verkaufen lassen. Hier nehmen viele Faktoren Einfluss. Wie viele Bilder wurden in welchem Zeitraum verkauft, waren es eher Klein- oder Grossformatige? Wie lange ist der Anbieter dabei, wie häufig liefert er neue Bilder? Welche Lizenzen werden hauptsächlich verkauft. In welchen Ländern ist er erfolgreich? Wie gross ist sein Portfolio? Die meisten Bildagenturen bieten dem Contributor Statistiken an, um einige dieser Faktoren selbst überwachen zu können.

Keyword-Reihenfolge:

Die Berücksichtigung der Reihenfolge nimmt bei einigen Bildagenturen Einfluss auf das Ranking. Hier wird nicht alphabetisch sortiert, sondern z.B. die ersten 7 Keywords höher gewichtet, als die folgenden. Bei zwei Bildern mit den gleichen Suchbegriffen wird also das Bild mit den weiter vorne stehenden Begriffen, sofern treffend, bevorzugt.

Verkäufe pro Zeit und Views:

Hier wird ein Vergleich erstellt, wie häufig sich ein Bild/Woche zu anderen verkauft hat. Im weiteren wird das Verhältnis von Verkäufen/ View betrachtet. Hier zeigt sich auch, wie treffend die Keywords gewählt wurden. Sind viele unzutreffende Begriffe dabei, werden zwar viele Views generiert, aber keine Käufe erzielt, d.h. die Bildagentur wird diese Bilder im Ranking runterstufen.

Speicherung in der Lightbox:

Vermutlich wird auch die abgespeicherte Anzahl Bilder in der Lightbox berücksichtigt. Durch die Speicherung könnten sie für eine spätere Verwendung relevant sein und Interesse wecken, bzw. verkauft werden.